Mein neues Leben bei den Moorgartenjägern oder der Zufall ist ein lustiger Gesell.

Im April des letzten Jahres bestand ich die Jägerprüfung und hatte, wie fast alle Jungjäger, ein Problem: Wo setzt man jetzt sein erworbenes Wissen und Können in die Tat um. Oder anders ausgedrückt: Wo bitte geht’s zum Jagen?

 

Bei einem Besuch meiner Eltern klönten wir bei Kaffee und Kuchen über dies und das und natürlich auch über meinen frisch erworbenen Jagdschein. Meine Mutter meinte, der Mann ihrer Sportkollegin wäre wohl auch Jäger und sie könne ja mal nachfragen ob es möglich wäre, bei ihm mit auf die Jagd zu gehen. Gesagt, getan. Der Kontakt konnte geknüpft werden und wie sich herausstellte, wurde ich in das Lehrrevier Moorgarten der Kreisjägerschaft Lübeck eingeladen. Ernst Pnischak und Jürgen Block nahmen mich herzlich in Empfang und ohne viel Umschweife konnte ich gleich bei den anstehenden Revierarbeiten mithelfen. Mittwochs wird im Lehrrevier gearbeitet. Jeder kann hier seine Talente einbringen. Zu tun gibt es immer etwas. Ansitzleitern reparieren, Schussfelder freischneiden, Kirren und vieles mehr. Ein abendlicher Ansitz lies diesen Tag herrlich ausklingen.

 

Das Lehrrevier Moorgarten gibt seinem Namen alle Ehre. Die erfahrenen Moorgartenjäger geben ihr Wissen an die „Jungjäger“ weiter. Ich wurde stück für stück in das Lehrrevier eingewiesen und hatte bereits nach relativ kurzer Zeit mehrfach Jagderfolg. Der vorhandene Aufbruchplatz und die Zerwirkecke in der Jagdhütte ermöglichen es einem, das Wild hygienisch einwandfrei zu versorgen. Unter kundiger Anleitung konnte ich hier mein erstes Stück Rehwild zerwirken und tiefkühlschrankgerecht portionieren. Wenn es das Lehrrevier nicht geben würde müsste man es sofort einrichten. Hier hat der Jungjäger die Möglichkeit sein Wissen zu vertiefen, Erfahrungen mit den „Alten“ auszutauschen und unter Realbedingungen in einem Revier zu jagen.

 

Ich bin froh, im Lehrrevier angekommen zu sein.

 

Mit Waidmannsheil

 

Thomas Schultz (jetzt Moorgartenjäger)

Das ist des Jägers

Ehrenschild,
daß er beschützt

und hegt sein Wild,
waidmännisch jagt,

wie sich’s gehört,
den Schöpfer im

Geschöpfe ehrt.