Wieder kein Schwein gehabt

Wer tapst da spät Nachts noch im Wald umher?

Das ist der Leo mit seinem Gewehr.

 

Die ganze Nacht hat´s aus Eimern gegossen

und Leo hat wieder kein Schwein geschossen.

 

Da hockt er, der Waidmann

die Stunden verfliessen

doch heut gibt´s für ihn nichts zu schiessen.

 

Im Stillen dacht er sich:

"In dieser Nacht werd´ ich

n´en fetten Keiler, ne Wildsau strecken!"

 

Jedoch: Die Wildsau spielt lieber Verstecken

hat gar keine Meinung, heut schon zu verrecken.

 

Zehnmal nun, ist Leo auf Schweine gegangen,

hat sich aber nur n´en Schnupfen gefangen.

 

Ringsum nichts zu sehen....

der Hahn bleibt in Ruh,

dem Leo fallen die Augen fast zu.

 

Er träumt von Trophäen, von Waidmanns-Ehr,

vom Schweinebraten....

doch die Lichtung bleibt leer.

 

Indessen die Sau ihre Jungen säugt,

argwöhnisch die Lage durchs Dickicht beäugt.

 

Die Sau ist gerissen,

die Sau ist schon alt,

die macht auch ein Heißsporn wie Leo nicht kalt.

 

Gern hätt sie bei Regen ihr Schlammbad genommen,

doch das ist ihr heute nicht klug vorgekommen.

 

Kein Rascheln von Zweigen,

kein Zwitschern, kein Knistern,

nur den Wind in den Wipfeln

hört man leis wispern.

 

Die Sau hat Erfahrung,

sie wittert den Braten,

die seltsame Stille hat´s ihr verraten.

 

So bleibt sie im Trocknen

und freut sich des Lebens

und Leo der wartet....

wieder vergebens.

 

Isabelle Stief 2009

 

 

Das ist des Jägers

Ehrenschild,
daß er beschützt

und hegt sein Wild,
waidmännisch jagt,

wie sich’s gehört,
den Schöpfer im

Geschöpfe ehrt.